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Merkel bei Illner: wie man mit vielen Worten nichts sagen kann

12. Juni 2009 um 16:08 Uhr

Das ZDF begann die Talkshow bei Maybrit Illner recht mutig. So wurde in einem Einspielfilm Angela Merkel (Bundeskanzlerin, für diejenigen, die sie schon vergessen haben sollten) als Chamäleon dargestellt. Sie legt ihre Fahne in den Wind. Wenn das Volk hören will, dass mal wieder was für die Natur getan werden soll, steht sie neben einem Eisbär am Nordpol. Die Woche später droht der letzte Volkswagen vom Band zu rollen und schon setzt sie sich für neue Luftverpestung ein.

Ja, so ist unsere Angie. Wer erinnert sich nicht an ihre hysterischen Angriffe auf Schröder im Bundestag, als sie alles schlecht geiferte, selbst wenn er eine unmoderen Krawatte trug? Es wurde dann plötzlich ganz still, als sie aus Versehen Kanzlerin wurde. Im ersten Jahr schien sie völlig von der Bildfläche verschwunden zu sein. Sie war eine gute Kanzlerin, denn sie tat nichts - also auch nichts Falsches.

Doch irgendwann bemerkte das Volk, dass es kanzlerlos war. Und dann begann der Ärger. Grundrechte ade und alles, was vorher bei Schröder noch zum Niedergang des deutschen Abendlandes führte, fand das Merkel, wie Freunde sie auch liebvoll nennen, plötzlich ganz toll.

Aber was will Angie nun wirklich? Keiner weiß es. Vielleicht liegt sie deshalb auch bei Umfragen ganz gut im Rennen. Aber Maybrit Illner würde es schon aus ihr rauskitzeln - dachte die Nation. Vor ein paar Tagen bei RTL mißlang das ja. Da erfuhren wir nur, welche Knödel sie am liebsten zu sich nimmt.

Doch es wurde auch im ZDF nichts. Viel Gelaber um nichts. Das einzige Thema war die Finanzkrise. Interessiert die Nation nur noch, wie häufig Opel gerettet wurde? Es würde reichen, wenn sie es einmal deutlich erklären würde, warum sie so und nicht anders gehandelt hat. Aber wieder brachte sie nur die üblichen Phrasen heraus.

Die Marktgesetze würden nicht funktionieren. Und dann müsse der Staat eingreifen, damit sie wieder funktionieren.
Das ist doch Quark. Wenn Marktgesetze angeblich nicht funktionieren, dann stimmt an den Gesetzen grundsätzlich etwas nicht. Dann wäre auch die soziale Marktwirtschaft nicht das richtige System. Oder das Marktgesetz funktioniert durchaus richtig, nur die Rahmenbedingungen sind halt ungeeignet, u.a. auch die durch den Staat erzeugte.

Die Kanzlerin verkauft den Bürger also für dumm. Die Fragen von den Zuschauern betrafen leider auch nur finanzielle Themen (was ist eigentlich mit den Grundrechten, die immer mehr eingeschränkt werden?). Die Frage, ob sie die Mehrwehrsteuer wieder mal erhöhen würde, beantwortete sie mit nein. Muss sie ja sagen, weil sonst die FDP nicht mitregiert. Zumindest verspricht das Westerwelle.

Wie auch letzte Woche, als Steinmeier müde bei Anne Will saß, wirkte auch Angela Merkel kaum lebhafter als Rudolf Scharping im Tiefschlaf.

Wenn man sich also mal unsere beiden Kanzlerkandidaten so anschaut, dann wundert es mich nicht, dass so viele Firmen insolvent gehen. Es fehlt irgendwie ein Motivator.

Hoffen wir auf spannendere Rededuelle in den nächsten Monaten im Superwahljahr. Und dann erwarte ich auch von den Illners dieser Welt mal ein paar provokante Fragen, z.B. diese: warum findet die Regierung eigentlich das System Chinas und Irans so toll, da sie ja deren Zensur- und “Schutz”maßnahmen übernehmen möchte?
Oder warum wird der Familienschutz ausgehöhlt, da binationale Ehepaare nicht ohne weiteres in Deutschland zusammenleben dürfen?
Oder warum wandern aus der BRD mittlerweile jährlich fast so viele Menschen aus wie vor dem Mauerfall aus der DDR?
Die heißesten Fragen der Zuschauer bei Youtube gehen wohl nicht über den Äther. Ich versuche es nächstes Mal.

Also mal etwas Mut, liebe Wills, Illners, Maischbergers und Plasbergs dieser Welt. Ich will keine eingeübten Phrasen, sondern echte Emotionen erleben. Die Moderatoren sollten die Politiker zum Nachdenken anregen, damit diese nach Hause gehen und sagen können: “Mensch, bei der Illner, da habe ich was gelernt”. 

Schreinemakers geht gar nicht

27. April 2008 um 09:19 Uhr

Mit viel Pressewirbel ging am Freitag erstmals auf dem Top-Qualitäts-Sender 9Live die neue innovative Show mit Margarete Schreinemakers auf Sendung.
Es sollte ja etwas ganz neues sein. Eine Verbindung zwischen TV und Internet. So etwas hätte die Welt noch nicht gesehen. Damit läge 9Live der Konkurrenz meilenweit voraus. Ach, was haben wir da alles lesen müssen…

Ich konnte mir nicht vorstellen, dass diese Dame tatsächlich etwas neues bieten würde. Sie hatte ja mal Anfang der 80er gute Shows in der ARD. Aber diese Zeiten sind vorbei. So wollte ich mir die Senung eigentlich gar nicht ansehen.

Aber man soll ja nicht urteilen, ohne zu wissen, worum es geht. Das Ergebnis war aber noch schlimmer als befürchtet. Schreinemakers plauderte mit Marijke Amado über ihre gescheiterte Beziehung und sie suchte für jemanden eine Frau. Dazwischen wurden immer einige Leute aus dem Chatraum oder per Telefon zugeschaltet. Sie durften Fragen stellen. Bis auf einen scheinbaren Fake, der sich als Taxifahrer ausgab, waren die Fragen wenig sensationell.

Das Mikrofon hatte mehrere Aussetzer. Da sollte 9Live mal etwas bessere einkaufen. Aber die große Frage war: was war an dem System nun so innovativ. Dass Leute anrufen können, zeigen schon seit Jahrzehnten andere wesentlich bessere Nighttalker wie Domian. Und dass es halt nun übers Internet geht… ganz toll.

Ganze 20000 Zuschauer wollten die Premiere sehen. Ein Debakel. Und alle anderen dürfen sich freuen, eine ziemlich langweilige Sendung verpasst zu haben. Margarete wirkte wie eine Schlaftablette. Ich schalte nicht mehr ein.

Hart aber fair: Guter Start für Plasberg

27. Oktober 2007 um 06:48 Uhr

Die Plasberg-Talkshow “Hart aber fair” lief sehr gut in den dritten Programmen. Nun stieg er in das Erste auf. Mit großem Medienrummel verfolgten die Journalisten und Zuschauer die Premiere. Und sie waren zufrieden. Wir auch.

Es ging um Soziales in der Politik. Gysi und Steinbrück mussten Rede und Antwort stehen. Der Moderator stellte genau die richtigen Fragen und stellte die Weichen. Die Politiker konnten nicht ausweichen. Plasberg hakte perfekt nach. Steinbrück kam dadurch doch sehr ins Schlittern. Gregor Gysi ließ sich nicht beirren. Er scheint zu seinen Argumenten zu stehen.

Auch gute Pointen kamen nicht zu kurz. Auf die Bemerkung “Ich muss jetzt gehen”, weil Steinbrück in der Sackgasse steckte, konterte Plasberg: “wir sind doch nicht bei Kerner”.

Im Vergleich zu Sabine Christiansen, Anne Will und Maybritt Illner schneidet Frank Plasberg mit Abstand am besten ab. Christiansen haben wir zwar immer vorgeworfen, das sie ihre Gäste zu häufig unterbricht - gerade, wenn es spannend wird. Plasberg macht das auch, aber an den richtigen Stellen und mit Sinn. Er lässt seine Gäste erst gar nicht zu wohl überlegten “politisch korrekten” Sätzen kommen. Gut so.

Kerner: Kerner nervte Eva Herman

10. Oktober 2007 um 07:46 Uhr

Nach der gestrigen Kerner-Sendung ist es eigentlich klar: hier läuft eine ganz üble Kampagne gegen Eva Herman.
Erst durfte Eva nicht zu Kerner, jetzt doch. Aber das war eine sichtbare Falle.
Eva Hermann stellte zunächst sehr deutlich klar, wie sie ihre damaligen Äußerungen mit dem angeblichen Vergleich zwischen Nationalsozialismus und Familienfreundlichkeit gemeint hat. 
Jeder Zuschauer, der auch nur eine Spur Intelligenz besitzt, konnte ihr folgen. Damit war eigentlich alles klar. Doch nicht für Kerner.
JBK fragte gefühlte tausendmal, ob sie nicht einen Fehler gemacht hätte. Obwohl sie sich mehrmals von den Nazis distanzierte, blieb Kerner stur. Entweder kapierte er es nicht oder er wollte sie in eine Ecke drängen, damit er sie rausschmeissen konnte. Doch sie blieb ruhig, verbünftig und überzeugte mit Argumenten.
Leider waren es die anderen Gäste und Kerner selber, die auf Gegenfragen nicht antworten konnten, sondern nur entsetzt taten. Dummheit oder einfach nur ein falsches Spiel?

Unterstützung bekam JBK durch Prof. Wippemann. Angeblich sei er ein ausgewiesener Fachmann. Das mag in seinem Fachgebiet richtig sein, doch auch er kapierte nicht, worum es ging. Es ging eben nicht um die Schandtaten jener Zeit. Es geht um Kinder und Familie in der heutigen Zeit.
Wippemann vergleicht Frauen, die in der Küche stehen, mit Rassenzucht. DAS ist ein Skandal. Hat er nicht so gemeint? Hörte sich aber so an.
Er forderte Eva auf, sich von ihren Worten und ihrer Denkweise(!) zu distanzieren. Das verstößt doch gegen freie Meinungsäußerung - wie damals in der Nazi-Zeit. Aber als Professor darf er das anscheinend tun. Auch DAS ist ein Skandal.

Eva Herman stellte fest, dass Deutschland ein familienunfreundliches Land ist. Wenig Kinder, viele Scheidungen oder gar keine Beziehungen. Das ist deutlich erkennbar. Nicht aber für Senta Berger und Margarete Schreinemakers. Senta verweist auf berufliche Erfolge der Frauen. Richtig, aber beruflicher Erfolg muss nicht unbedingt ein glückliches Familienleben nach sich ziehen - eher im Gegenteil. Deutschland hätte sich stark verbesser? Wo lebt diese Frau überhaupt. Völlig ab der Realität.
Es gäbe kein Kinderfeindlichkeit? Klar, es gibt ja auch keine Kinder.

Sie hat Evas Bücher nicht gelesen. Und daher fände sie es als Unverschämtheit, da sie deshalb nicht mitdiskutieren kann. Das war der Hauptgrund, dass Kerner Eva bat, das Studio zu verlassen. Maulkorb von Senta Berger an Eva Herman wegen Desinteresse und Weigerung andere Meinungen zu akzeptieren und Kerner lässt sich erpressen. DAS ist ein Skandal!

Dabei sprach JBK noch davon, sie fair zu behandeln. Ein großer Witz.

Noch übler aber die Schreinemakers. Selber mit einer Scheidung behaftet sollte sie die Probleme der Familie sehen. Doch sie sagte fast gar nichts. Sie machte nur üble Grimassen und stänkerte rum. Auch sie verstand nicht, worum es geht. Oder sie wollte nicht.

Deutschland stirbt aus. Das ist ein Fakt. Andere Länder machen es besser. Berger und Schreinemakers sind für mich ein gutes Beispiel dafür, was die Gründe dafür sein könnten.
Es zählt nur noch der eigene Wille. Meinungen anderer werden niedergeschmettert. Wie soll so etwas in einer Ehe funktionieren. Leiden müssen die Kinder.

Ach, man könnte noch so viel schreiben. Über RTL, die das Video über die Lesung nicht rausgeben wollen. Stecken sie in der Schmutzkampagne gegen Eva mit drin?
Dann der Begriff “Gleichschaltung”. In der Sendung erfuhr ich erstmals, dass das ein Nazi-Begriff sei. So ein Schwachsinn. Für mich war das bislang eher ein physikalischer Begriff. Soll ich jetzt alle Wörter untersuchen, ob die auch von Rechten benutzt werden. Dann kann man doch gleich die deutsche Sprache abschaffen. Aber genau die fordert die Regierung ja nun von Ausländern. Wer also ist nach der Logik den Nazis mehr verbunden?

Warum darf man keinen Autobahn-Vergleich machen? Weil Kerner, Berger und der Professor vielleicht froh sind, wenn sie mit ihren Autos drüberbrausen? Warum gibt es immer noch Gesetze, die damals von den Nazis erschaffen worden sind und die man schon längst hätte abschaffen müssen - wie das Rechtsberatungsgesetz. Warum werden neue Methoden wie die Online-Durchsuchung erfunden, die auch von den Nazis hätte stammen können?
Warum ist die freie Meinungsäußerung so gefährlich, dass sie den Job kosten kann - wie damals?

DAS sind Anzeichen für einen neuen Nationalsozialismus in Deutschland, den man bekämpfen muss. Aber das sehen die Damen und Herren ja nicht. Eva Herman als Bauernopfer und blind vor der Realität und der wirklichen Gefahr.

Ich kann Eva Herman nur recht geben. Ihre Erkenntnis aus dem Vorfall: “man sollte nicht frei sprechen, um in Gefahr zu geraten.” Sehr richtig. Auch meine Äußerungen hier werden sicherlich vom Verfassungsschutz untersucht und ich stehe nun wohl auch unter Terrorverdacht. Wo sind wir gelandet? Was passiert hier? Zurück in der Vergangenheit. 
Menschen mit eigenen Meinungen sind unerwünscht und werden aussortiert. Der Einheitsmensch ist die Zukunft.

Zurück zur Sendung:
Mario Barth war auch noch da. Ein genialer Comedy-Star. Doch hier hat man gemerkt. Er denkt nur noch beruflich. Alle Phrasen sind Wiederholungen. Private Meinungen? Nein - könnte ja gefährlich sein. Er hielt sich vornehm zurück.

M. Schreinemakers: die fand ich in den 80ern mal richtig sympathisch. Doch mittlerweile bin ich entsetzt.
Senta Berger: arrogant und unhöflich. Sollte sich nächstes Mal auf Talkshows besser vorbereiten
Kerner: der Tiefpunkt seiner Karriere. Er schnitt im Vergleich zu Beckmann schon immer schlechter ab. Aber diese inszenierte Show war nur noch peinlich.
Eva Hermann: Kompliment, dass sie so gelassen blieb. Sie erklärte alles sehr gut und konterte. Sie liess sich auf die Spielchen nicht ein. Kein Zurücknehmen ihrer Meinung, wie es bei Politikern wie Schäuble öfters vorkommt. Das Publikum stand zum Großteil auf ihrer Seite, was man am Applaus hören konnte. Auch wenn ich es inhaltlich nicht ganz so sehe wie Eva, was die Familie angeht, so schneidet sie durchaus interessante Überlegungen an. Und sie vertritt ihre Meinung, wie es sich Frauenrechtler eigentlich wünschen sollten.

Leider schreiben die Medien wie BILD nun auch nach der Sendung wieder alles nur gefälscht (angeblich wollten ja alle drei das Studio verlassen, wenn Eva nicht gehen würde - was ja definitiv falsch ist) oder sehr einseitig (Kerner schmiss Eva raus, was eher eine unhöfliche Verabschiedung war). Was steckt wirklich dahinter? Wem ist der Kopf der Herman so wichtig, dass sie aus dem Verkehr gezogen werden soll? DAS ist hier die entscheidende Frage.
Die Medien spielen da mit. Wir nicht!

Beckmann: Gabriele Pauli erläutert die 7 Jahres-Ehe

7. Oktober 2007 um 10:10 Uhr

Ja, so ist das halt: die Medien reduzieren interessanet Vorschläge auf einen Satz und alle Welt ist bestürzt. Dabei hat sich die bayrische Landräte durchaus etwas bei ihrem Vortschlag mit der 7 Jahres-Ehe gedacht. Sie will praktisch keine Zwangsehen, nur weil die Ehepartner kein Geld für die Scheidung haben.
Überhaupt hat sie gute Ansichten: als Politiker solle man ruhig mal etwas für den Bürger sagen und gegen die Mehrheitsmeinung der Partei.
Leider sieht man solche PolitikerInnen nur sehr selten. In der Union fällt mir nur noch Heiner Geißler ein, der auch mal seinen eigenen Kopf einschaltet.
Seehofer war auch in der Sendung. Zunächst lobte er Pauli für ihren Mut, doch dann forderte er sie praktisch doch auf, sich in der Partei einzuschleimen. Häuptling Doppelte Zunge…
Als dann noch Maybrit Illner vorbeikam, wurde es plötzlich total hektisch. Sie quasselte unglaublich viel und der Zuschauer verstand nichts mehr. Die arme Frau Pauli kam völlig unter die Räder. Dabei hält sich die Illner in ihrer eigenen Sendung eher vornehm zurück. Was war los? Was hat die Maybrit vor der Sendung genommen?

Anne Will: nur wenige wollten Schäuble sehen

25. September 2007 um 09:37 Uhr

In der zweiten Woche ging die Quote für Anne Will zurück. Vergraulte vielleicht Wolfgang Schäuble die Zuschauer? Es ging diesmal um den Abschuß von Verkehrsflugzeugen, wenn der Verdacht auf eine Entführung besteht.
Schäuble sprach eher wirres Zeug. War dafür, widersprach sich aber selber und schwächte dann auch noch alles ab. Zudem sei er überhaupt nicht zuständig. Und der Frage, was er denn davon halten würde, wenn er selber im Flugzeug sitzen würde, wich er eiskalt aus. 

Herr Baum von der FDP und Renate Künast von den Grünen konnten ihre Bedenken wesentlich besser vortragen und standen auch zu dem, was sie sagten. Somit ging der Diskussionspunkt ganz eindeutig an die Kritiker von Schäubles Terrorplänen.

Anne Will mischte sich diesmal etwas mehr ein. Da sollte sie aufpassen. Nicht, dass sie zu sehr auf Christiansen macht.

Anne Will: Zurückhaltung tut gut

19. September 2007 um 06:33 Uhr

Gespannt durfte man auf die Sabine Christiansen-Nachfolge Anne Will sein. Und im Vergleich schneidet sie wesentlich besser ab. Im Grunde ist sie ein Klon von Maybrit Illner, ihrere ZDF-Kollegin. Sie führt die Sendung ruhig, ohne Unterbrechungen oder nervige Zwischenfragen.

Allerdings wirkt die Sendung ein wenig langweilig und zu ruhig. Fast schon wie Zeitlupe. Das mag aber auch an den Gesprächsteilnehmern und dem Thema gelegen haben. Es ging um “Rendite statt Respekt”, um die verarmte Gesellschaft und Mindestlöhne. Nicht wirklich spannend, weil es nicht viel neues gab. ALGII-Bezieher können sich kaum noch ein Leben in Deutschland erlauben, viele wollen gar kein Hartz IV, weil das gegen ihre Würde wäre. Dann schon lieber 5 Euro bei dubiosen Call-Centern und dafür auch noch weit fahren.

Erstaunlicherweise reagieren Politiker erst immer nach solchen Politik-Talkshows. Ansonsten sind sie weit von der Realität entfernt. Anfragen an Politiker werden zumeist von anderen beantwortet. Von daher ist es gut, dass es Anne Will & Co. gibt.

Maybrit Illner: Schuldendebatte

10. September 2007 um 07:28 Uhr

Maybrit Illner ist wieder zurück. Und in der ersten Sendung fiel sehr erfreulich auf, dass die Gastgeberin sich nicht so sehr in die Diskussion einmischt wie es Sabine Christiansen immer tat. ma sehen, wie Anne Will in der ARD als Nachfolgerin agieren wird. Illner liess auf jeden Fall alles laufen.

Es ging um Schulden. Zu Gast war u.a. Peter Zwegat, der TV-Schuldenberater. Er hatte einige gute Praxiserfahrungen auf Lager. Eine Pleitierin kam unverschuldet in die Krise und kämpft nun für das Ansehen von Schuldnern. Ein Bankmanager verteidigte das Kreditverfahren der Banken.

Es fiel mal wieder ein Schwarz/Weiß-Denken auf. Es gab jemanden, der die Schuld fast nur bei den Schuldnern selbst und bei Klingeltonanbeitern sieht. Diejenigen meinen jedoch, die Schuld liegt an kaputten Ehen, Banken, Politik, Umwelt, Unglücke etc. Der Bankenmensch hatte die Schulen im Visier. Kein Schüler lernt, wie man mit Geld umgehen kann. Ein sehr guter Einwand, dem ich mich anschliesse.

Doch die Wahrheit liegt wohl wie immer in der Mitte. Jeder Mensch sollte ein “Unglück” per Wahrscheinlichkeitsrechnung in seine Kalkulation einberechnen. Auf jeden Fall eine höchstinteressante Diskussion, die aber kein wirkliches Ergebnis brachte.

Wer tatsächlich mal einen serösen Kredit benötigt, wird vielleicht beim Kreditdelfin fündig: Kredit.

Maybrit Illner: CDU-Politiker realitätsfremd

30. Juli 2007 um 09:20 Uhr

Was war das wieder für eine lustige Runde bei Maybrit Illner. Es ging um den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland, der auch wieder mehr Arbeitsplätze bringt - angeblich!

Da war Kabaretist Werner Schneyder, der als außenstehender Ösi mehr Ahnung hat als manch einheimischer Politiker (”wer weniger arbeitet, aht mehr vom Leben”). Denn was Michael Fuchs von der CDU so von sich gab, spottete jeder Beschreibung. Glaubt er doch, Unternehmer könnten keine Leute kündigen, weil Deutschland ein regides Kündigungsschutzgesetz habe. Man nenne mir einen Arbeitnehmer, der nach einer erfolgten Kündigung wieder auf seinem Arbeitsplatz saß. Die Firmen gehen von Instanz zu Instanz und es wird irgendwann zu teuer, um mitzugehen. Dazu kommen Drohungen, Mobbing und hohe Abfindungssummen als Druckmittel. Das Kündigungsschutzgesetz ist ein Witz - nichts anderes.

Und dann sagte Fuchs noch, dass jeder Kranke auch zum Arzt gehe. So so…. Die Krankheitsrate ist aber nicht gesunken, weil jetzt plötzlich alle gesünder sind. Es gibt zwei Gründe: die 10 Euro Praxisgebühr sparen, und der erhöhte Druck, den Arbeitsplatz zu verlieren.

Warum leben manche Politiker so völlig abseits der Realität? Gregor Gysi überzeugt da schon mehr. Vor allem gab er auch mal einige Beispiele, wie man tatsächlich Arbeitsplätze schafft, auch wenn das nicht unbedingt seinem Parteibuch entspricht.

Angesprochen wurden die skrupellosen Zeitarbeitsfirmen, die mal eben Urlaub und Krankheitstage nicht bezahlen. Eine Zuschauerin sprach von ihrer Erfahrung mit einer Firma. Die Chefin einer anderen Zeitarbeitsfirma im Studio sprach von einem Einzelfall. Irrtum! Auch ich hatte mal das Vergnügen mit einer Firma in Hamburg. Wenn man unter Druck steht, willigt man eben auch in die Sklaverei ein. Aber das glauben Politiker ja nicht.

Sehr informativ waren die Statistiken, wie die Stellenausschreibung:
85% der Firmen suchen intern oder über Kontakte
54% nutzen Inserate
36% gehen über Arbeitsagenturen
33% versuchen es über eine private Arbeitsvermittlung

Vitamin B ist also immer noch das wichtigste bei der Arbeitssuche.

Konstruktiv ist der Versuch von Ruth Moschner, die den Verein “Ruth tut gut” gegründet hat. Sie fordert, dass Arbeitsplatz-Beschreibungen transparenter gestaltet werden sollen. In ihrem Verein versucht sie, die Fähigkeiten und Wünsche der Bewerber auszuloten. Endlich mal ein sinnvoller Anssatz.

Einen bösen - aber kaum hörbaren - Fauxpas leistete sich Maybrit Illner, als es um die Deutsche Bank ging, die trotz Riesengewinn erst viele Mitarbeiter entlassen haben und nun wieder suchen. Sie meinte dazu: “Arbeitsplätze, über die wir uns nicht so viel Sorgen machen müssen, denn die waren in London zu Hause”. Das ist natürlich nationalistisches Gedankengut. Als wenn uns Arbeitslose in anderen Ländern nicht interessieren sollten. Liebe Maybritt: in Zukunft ein bißchen vorsichtiger mit solchen Kommentaren. 

Nun ist erstmal Sommerpause.

Maybrit Illner: Schäuble recht still

13. Juli 2007 um 14:39 Uhr

Was war denn mit dem Bundestrojaner Wolfgang Schäuble los? In der Talkrunde mit Maybrit Illner war er relativ ruhig und still. Er genoss sichtlich, wie sich die übrigen Teilnehmer gegenseitig fertig machten.

Es ging um das Zuwanderungsgesetz. Zuwanderer aus Nicht-Visa-Staaten wie die Türkei müssen in Zukunft deutsch lernen, bevor sie sich in Deutschland niederlassen dürfen. Japaner, Australier etc. brauchen das nicht. Manche denken, das ungleiche Gesetz würde sich gegen den Islam und speziell gegen die Türken richten.

Daher wurde auch darüber gesprochen, warum der Islam so gefährlich für Deutsche sei. Ekkehart Rotter ist Islam-Experte und ist der Meinung, dass sich diese totalitäre Ideologie auf dem gesamten Erdball ausbreiten will - notfalls mit Gewalt. Damit hatte Schäuble einen Fürredner für seine geplanten Sicherheitsmaßnahmen a la Bundestrojaner und gezielter Erschießung Verdächtiger.

Moderatorin Maybrit Illner verwies eher auf die Frauenfeindlichkeit des Korans, laut dem Frauen geschlagen werden dürfen und in bestimmten Situationen sogar werden müssen. Aber damit brachte sie nur Renate Künast auf. Ansonsten wirkte Illlner doch etwas hektisch und unterbrach leider zu oft an den falschen Stellen.

Künast setzte klar auf die Integration im Lande selber und verteidigte trotz Frauenthematik den Islam im Ganzen. Sehr zum Wohlwollen von Aiman Mazyek, dem Generalsekretär des Zentralrats der Muslime. Er machte bei der ganzen Sendung wohl die besten Figur. Er sah viele Fehler bei Anhängern aus den eigenen Reihen ein und versicherte glaubhaft, dass er sich gegen Terror und für das deutsche Grundgesetz einsetzt. Zudem meinte er, dass die meisten Stellen im Koran diskutierbar seien, allerdings u.a. nicht, der Gang nach Mekka und die Fastenzeit Ramadan. Warum gerade diese Dinge feststehen und andere nicht, konnte er dann aber doch nicht ganz schlüssig erklären. Allerdings wurde er auch von Illner nicht gefragt. Wäre mal interessant gewesen.

Ein kleines verstecktes Schmankerl gab es dann noch aus dem Publikum. Eine Frau eines gesuchten Terroristen gab an, dass ihr Mann früher voll integriert war. Er habe “geraucht und auch manchmal Alkohol getrunken”. Also, wenn deutsche Politiker das als Integration verstehen, dann würde ich mir als Ausländer überlegen, ob ich in einem anderen Land nicht besser aufgehoben wäre.

Maybrit Illner läuft immer donnerstags nach dem heute-Journal im ZDF.