Windstärke 8: Die “Bremen” hat angelegt
13. Juli 2007 um 11:40 UhrNun hatte die ARD im Vorabendprogramm auch seine Real-Doku. 37 Personen begaben sich auf eine Zeitreise: eine Atlantiküberquerung wie im Jahre 1855 von Bremerhaven nach New York.
Man konnte verfolgen, unter welchen Bedingungen die Seefahrer damals die See überqueren mussten: offene einsehbare Toilette an Deck, sehr enge Kombüse, Gefahr durch Sturm, viel Arbeit, aber auch viel Langeweile.
Eine durchaus interessante Serie, die aber kurz vor Schluß einen üblen Beigeschmack hatte. 2 Wochen lang wurden die mitgenommenen Kaninchen und Hühnern von den Kindern versorgt und verpflegt. Doch kurz vor Ankunft in New York wollten sich einige an Bord noch einen Festschmaus gönnen und schlachteten unter Protest der Kinder deren Freunde.
Dabei dürfen Tiere für TV-Produktionen nicht getötet werden. Und es war auch nicht nötig. Jeder Passagier aß während der Reise 3000 Kalorien - also weit mehr als nötig. Die Tiere ergaben nur 100 Gramm Fleisch für jeden. Mit etwas besserer Planung hätte man die kurze Zeit nach New York problemlos überstehen können.
Wie werden die Kinder mit diesem Schock umgehen? Zerstörte Leben? Wie abartig waren die Sprüche der Erwachsenen: “ihr müsst mehr Respekt vor dem Fleisch haben”. Ach ja, und wo bleibt der Respekt vor den Tieren?
Ein weiterer Spruch: “die Bestimmung der Tiere ist das Schlachten”.
Daran merkt man: die Menschen haben sich seit 1855 nicht ein Stück weiterentwickelt.
Bemerkenswert war das Verhalten vom Reiher Carlos. Der Vogel fuhr freiwillig die Fahrt mit. Als er die toten Geschöpfe an Deck sah, wusste er: diese Menschen sind gefährlich. Und bevor sie auch ihn töten flog er Richtung Karibik und war nie wieder gesehen. Und daran merkt man: Reiher sind sehr schlau.
Als Wiedergutmachung bringt die ARD nun an dieser Stelle “Die Tierretter von Aiderbichl”.