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Ich kann Kanzler und ich kann Jauch

22. Juni 2009 um 17:29 Uhr

Da fing am Donnerstag die große Castingshow des ZDF an und am Freitag hörte sie schon wieder auf. Was war das denn?
Das zweite deutsche Staatsfernsehen kaufte sich ein amerikanisches Konzept ein, das im Grunde sehr interessant klingt. Junge Köpfe versuchen sich als Kanzler.
Endlich mal eine Castingshow, an der ich auch teilnehmen könnte. Doch noch bevor ich das Anmeldeformular ausgefüllt hatte kam die Ernüchterung: ab 35 Jahre ist man bereits zu alt zum Kanzler. Schade, dass das nicht für die realen Kanzler gilt.

Ich war trotzdem gespannt auf visionäre Köpfe mit Elan, Mut, Begeisterung und kreativen Ideen. Jeder durfte seine Idee für Deutschland vortragen und noch etwas über sich selber erzählen. Von den über 1000 Bewerbern siebte das regimetreue ZDF sicherlich schon mal erheblich aus. Es blieben 40 Personen übrig. Diese waren zwar ausnahmslos alle besser als die aktuelle Kanzlerin, aber so wirklich hebten sie sich nicht vom Alltagsbrei ab.

Ich sah mir alle Beiträge an. Das ZDF opferte dafür sogar die Primetime von 1 bis 5 Uhr in der Nacht. Ideal, um junge Menschen im hellwachen Zustand von Politik zu begeistern. Welche Laus hat das ZDF dabei bloß gejuckt? Gut, dass man Recorder zur Verfügung hat.

Es gab lediglich eine Handvoll richtig kreativer und mutiger Laienpolitiker, die ihre Träume verwirklichen wollen. Wie meinte einer so schön: sicherlich kann man nicht alles sofort verwirlichen, aber seine Vision sollte immer über allem stehen. Ja, solche Frauen (ach sorry, die hatten keine Visionen) und Männer brauchen wir. Ab ins Finale.

Leider nicht. Günther Jauch, den ich ja eigentlich sehr schätze, hat sich bei dieser Sendung als vollkommen konservativ und altbacken erwiesen. Bloß nicht dem Volk mehr Demokratie einräumen. Das sei ja völlig unrealistisch. Real ist, dass es zwar repräsentative Demokartie heißt, aber in Wahrheit repräsentiert niemand, sondern die Politiker bestimmen ganz allein über alles.  Das ist real und das soll gefälligst auch so bleiben. So war der Tenor von Jauch, dem ZDF und den beiden anderen Juroren Anke Engelke und Politiker Henning Scherf. So blieben die besten Typen auf der Strecke.

Übrig blieben 6 Personen, die man leicht mit führenden Politikern verwechseln konnte. Ihr Motto: viel Bla Bla um nichts. Allerdings blieb ihnen auch nicht viel Redezeit, um Thesen und Ziele weiter auszuleuchten. Daher blieb nur derselbe Senf, den wir täglich hören: weniger Steuern, mehr Bildung, mehr Kinder. Klingt alles schön und gut, aber das können 80 Millionen Deutsche auch runterplappern. Wo sind Wege und Lösungen?

Es wurde dann im Laufe der Live-Finalshow am, Freitag auch klar, dass das ZDF gar keinen besseren Kanzler sucht, sondern eine Kopie von Merkel & Co. Scheinbar haben wir schon die beste Kanzlerin da oben sitzen. Von dem Moment an wurde die Sendung für mich uninteressant.
Es kamen dann auch die üblichen Politikerphrasen nach dem Motto “Sie müssen die Frage anders stellen”.

Was man in Deutschland von Demokratie hält, merkte man an der Abstimmung. Im Publikum saß ein repräsentatives Publikum. Die TV-Zuschauer durften erst ganz am Schluß dran. Warum macht das bei echten Wahlen nicht auch gleich so. Man nimmt einfach 100 Leute aus dem Volk raus und lässt die für alle wählen. Das spart viel Geld und Zeit und die Wahlbeteiligung dürfte bei 100% liegen. Und da der Kanzler ja repräsentiert kann er sich doch nächstes Mal gleich selber wählen.  Wozu brauchen wir überhaupt noch ein Volk? Kostet nur unnötig Geld.

Noch ein Wort zu den Finalkandidaten:

Delano Osterbrauck (SPD)
Er steht für Vielfalt, Gleichheit und gleiche Chance für Migranten.
Er labert viel, ist ganz nett, die Ideen sind freundlich, aber es ist nichts neues dabei und keine konkreten Ziele. Er flog dann auch verdient gleich raus.

Siegfried Walch (CSU)
Dieser Ur-Bazi steht für Steuervereinfachung und Gerechtigkeit. Als Opelhändler war er trotzdem zunächst gegen eine staatliche Unterstützung, schränkte das am Ende dann aber doch wieder ein. Wollte er keinen Ärger mit Opel bekommen?
Als Redner gefällt er mir gut. Viele Inhalte hat er aber von Westerwelle abgekupfert. Zum Schluß schwamm er dann etwas und flog dann auch bald raus.

Philip Kalisch (SPD)
Dieser ehemalige Hamburger Demonstrant setzt sich für kostenlose Bildung für alle ein. Der Käptn Iglo in klein ist ein sympathischer Mann vom Hamburger Kiez. Er war mein Favorit in der Sendung, weil er ehrlich rüberkam. Aber insgesamt war auch er zu brav und zu geradlinig.

Nuray Karaca (Grüne)
Die sympathische Türkin steht für eine frühkindliche Bildung, Motivation und Integration. Sie leidet an ihrem niedlichen Aussehen, wie sie sagt. Aber wo ist das Problem. Muss doch nicht jeder so aussehen wie Angie, um Kanzlerin zu werden. Sie ist eine gute Motivatorin. Das braucht das Land. Sie hatte dann auch mal konkrete Ideen. “Anstoß statt Differenzierung”, um Ausländer in die Gesellschaft einzubinden. Wenn sie noch vielfältiger wird, dann könnte aus ihr noch was werden.

Antje Krug (parteilos)
Ihr Vorbild: Zensursula von der Leyen
Das sagt schon alles. Sie setzt sich für Kinder und ein Elternkompetenzzentrum ein. Trotz 4 Kindern und Hartz IV meint sie, sie käme damit gut aus. Sie jammert nicht, sie packt an. Das gefällt mir. Aber an ihr merkt man auch, dass man gar keinen Staat benötigt, wenn jeder Mensch so agil wäre wie sie. Vom Typ gefällt mir sie gut, doch sie geht den falschen Weg - auch wenn die Idee mit dem Kompetenzzentrum nicht schlecht ist.

Jacob Schrot (CDU)
Der Gewinner steht für Chancengleichheit, gegenseitigem Verstehen, Bildung und Integration
Er lebt Politik mit Leidenschaft. Im Casting räumte der 18jährige richtig ab. Das Argument, dass jede Gruppe andere verstehen sollte, stammt von mir. Viele seiner Ideen sind völlig CDU-untypisch. Doch während der Livesendung fiel er immer weiter ab. War er zunächst noch für mehr Geld für Bildung und weniger für Militär, wollte er am Ende dann doch mehr Geld nach Afghanistan geben, wie deutschen Soldaten eh schon mit modernsten Waffen ausgestattet sind (wie die Amis neidisch äußern). Viele seiner Ansätze bröckelten dann zusammen. Trotzdem gewann er das Kanzlergehalt für einen Monat und das Praktikum in Berlin.
 
Am Moderator möchte ich mich mal nicht auslassen. Da gab es etliche Pannen, aber das machte ihn ganz sympathisch. Schlimmer war es, dass die gute Idee vom ZDF irgendwie verhunzt wurde. Man merkte deutlich, dass es keine Unterschiede zwischen Union und SPD gibt - nicht mal im Nachwuchs. Gewagt wurde rein gar nichts. Dem Publikum sollte irgendwie weisgemacht werden, dass doch alles wunderbar läuft.

So holt man natürlich keine Jugendlichen vor die Wahlurne. Die Poltikverdrossenheit dürfte eher noch zunehmen. Solch ein Casting hätte man in die Länge ziehen müsssen. Man hätte es von der Presse begleiten lassen müssen. Die Teilnehmer hätten provokante Themen äußern und behandeln müssen.

So war es zwar eine interesssante Sendung, die aber am Ende sehr frustrierend endete. Jede Hoffnung auf ein modernes Deutschland mit mehr Volksbeteiligung ist irgendwie dahingeschmolzen…

Kesslers Knigge verändert die Comedy

21. Juni 2009 um 17:04 Uhr

Der Fun-Freitag auf SAT1 wird ja immer gerne von der Presse belächelt. Die Quoten seien mies, egal, was dort läuft. Das gehe nun schon seit Jahren so. Vielleicht sollte man dann einfach mal die Erwartungen senken und nicht alles an längst vergangene Zeiten messen.

Das neueste Opfer müsste jetzt eigentlich Kesslers Knigge sein. Ob die 9% in der Zielgruppe nun gut, schlecht oder ganz okay sind hängt deshalb auch eher vom Standpunkt des Betrachters ab.

Michael Kessler, einer der großen Stars von Switch Reloaded und der Schillerstraße (ich bemerke jetzt erst, dass die Sendung schon wieder pausiert), hat sich an eine neue Form der Comedy gewagt. Hier besteht ein Sketch aus 10 Mini-Sketchen. Frei nach Knigge heißt es “10 Dinge, die Sie nicht tun sollten, wenn…”

Beispiele sind “…. Sie ein Bewerbungsgespräch haben” oder “… Sie im Kino sind”. Fast wie am Fließband spielt Kessler recht absurde Situationen. Einiges sieht man auch öfters, z.B. einen Grill im Theater oder im Fahrstuhl.

Ziel ist es, dass der Zuschauer nicht erst lange auf die Pointe warten muss, sondern er im Prinzip alle 5 Sekunden lachen kann. Ob das funktioniert hängt vom eigenen Komikzentrum ab. Meine lautesten Lacher kamen ausgerechnet an Stellen, die bei langen Sketchen eigentlich eher albern wirken. Aber sie kamen halt spontan.
Manche Gags versiebten auch. Aber das ist ja egal, denn schon kommt der nächste. Das Konzept geht also durchaus auf. Vertraute Szenen gingen auch komplett gelungen durch, z.B. im Internet Cafe.

Michael Kessler ist auch einer der wenigen TV-Stars, die regelmässig auf Twitter Nachrichten verbreiten. So hat er natürlich auch auf diese Sendung hingewiesen und freut sich auf Feedbacks seiner Fans. Alleine für diesen Einsatz war ihm ein guter Start der Serie zu gönnen. Und es hat geklappt. Die erste Folge machte Spaß auf mehr. Der nächste Fun-Freitag kommt bestimmt.

Merkel bei Illner: wie man mit vielen Worten nichts sagen kann

12. Juni 2009 um 16:08 Uhr

Das ZDF begann die Talkshow bei Maybrit Illner recht mutig. So wurde in einem Einspielfilm Angela Merkel (Bundeskanzlerin, für diejenigen, die sie schon vergessen haben sollten) als Chamäleon dargestellt. Sie legt ihre Fahne in den Wind. Wenn das Volk hören will, dass mal wieder was für die Natur getan werden soll, steht sie neben einem Eisbär am Nordpol. Die Woche später droht der letzte Volkswagen vom Band zu rollen und schon setzt sie sich für neue Luftverpestung ein.

Ja, so ist unsere Angie. Wer erinnert sich nicht an ihre hysterischen Angriffe auf Schröder im Bundestag, als sie alles schlecht geiferte, selbst wenn er eine unmoderen Krawatte trug? Es wurde dann plötzlich ganz still, als sie aus Versehen Kanzlerin wurde. Im ersten Jahr schien sie völlig von der Bildfläche verschwunden zu sein. Sie war eine gute Kanzlerin, denn sie tat nichts - also auch nichts Falsches.

Doch irgendwann bemerkte das Volk, dass es kanzlerlos war. Und dann begann der Ärger. Grundrechte ade und alles, was vorher bei Schröder noch zum Niedergang des deutschen Abendlandes führte, fand das Merkel, wie Freunde sie auch liebvoll nennen, plötzlich ganz toll.

Aber was will Angie nun wirklich? Keiner weiß es. Vielleicht liegt sie deshalb auch bei Umfragen ganz gut im Rennen. Aber Maybrit Illner würde es schon aus ihr rauskitzeln - dachte die Nation. Vor ein paar Tagen bei RTL mißlang das ja. Da erfuhren wir nur, welche Knödel sie am liebsten zu sich nimmt.

Doch es wurde auch im ZDF nichts. Viel Gelaber um nichts. Das einzige Thema war die Finanzkrise. Interessiert die Nation nur noch, wie häufig Opel gerettet wurde? Es würde reichen, wenn sie es einmal deutlich erklären würde, warum sie so und nicht anders gehandelt hat. Aber wieder brachte sie nur die üblichen Phrasen heraus.

Die Marktgesetze würden nicht funktionieren. Und dann müsse der Staat eingreifen, damit sie wieder funktionieren.
Das ist doch Quark. Wenn Marktgesetze angeblich nicht funktionieren, dann stimmt an den Gesetzen grundsätzlich etwas nicht. Dann wäre auch die soziale Marktwirtschaft nicht das richtige System. Oder das Marktgesetz funktioniert durchaus richtig, nur die Rahmenbedingungen sind halt ungeeignet, u.a. auch die durch den Staat erzeugte.

Die Kanzlerin verkauft den Bürger also für dumm. Die Fragen von den Zuschauern betrafen leider auch nur finanzielle Themen (was ist eigentlich mit den Grundrechten, die immer mehr eingeschränkt werden?). Die Frage, ob sie die Mehrwehrsteuer wieder mal erhöhen würde, beantwortete sie mit nein. Muss sie ja sagen, weil sonst die FDP nicht mitregiert. Zumindest verspricht das Westerwelle.

Wie auch letzte Woche, als Steinmeier müde bei Anne Will saß, wirkte auch Angela Merkel kaum lebhafter als Rudolf Scharping im Tiefschlaf.

Wenn man sich also mal unsere beiden Kanzlerkandidaten so anschaut, dann wundert es mich nicht, dass so viele Firmen insolvent gehen. Es fehlt irgendwie ein Motivator.

Hoffen wir auf spannendere Rededuelle in den nächsten Monaten im Superwahljahr. Und dann erwarte ich auch von den Illners dieser Welt mal ein paar provokante Fragen, z.B. diese: warum findet die Regierung eigentlich das System Chinas und Irans so toll, da sie ja deren Zensur- und “Schutz”maßnahmen übernehmen möchte?
Oder warum wird der Familienschutz ausgehöhlt, da binationale Ehepaare nicht ohne weiteres in Deutschland zusammenleben dürfen?
Oder warum wandern aus der BRD mittlerweile jährlich fast so viele Menschen aus wie vor dem Mauerfall aus der DDR?
Die heißesten Fragen der Zuschauer bei Youtube gehen wohl nicht über den Äther. Ich versuche es nächstes Mal.

Also mal etwas Mut, liebe Wills, Illners, Maischbergers und Plasbergs dieser Welt. Ich will keine eingeübten Phrasen, sondern echte Emotionen erleben. Die Moderatoren sollten die Politiker zum Nachdenken anregen, damit diese nach Hause gehen und sagen können: “Mensch, bei der Illner, da habe ich was gelernt”. 

Was macht RTL besser als andere Sender?

um 05:53 Uhr

RTL ist wie die BILD, McDonalds oder Modern Talking. Alle regen sich darüber auf, aber alle sehen, lesen, hören oder essen es.

Wenn man sich die Einschaltquoten vom Mittwoch dieser Woche in der sogenannten Zielgruppe ansieht, dann kann man sich nur wundern:

1   Einspruch - Die Show der Rechtsirrtümer (RTL) 2.21 Mio. - 20.4 %
2   Erwachsen auf Probe (RTL) 1.92 Mio. - 19.2 %
3   Gute Zeiten, Schlechte Zeiten (RTL) 1.79 Mio. - 22.7 %
4   Stern TV (RTL) 1.76 Mio. - 21.6 %
5   RTL Aktuell (RTL) 1.32 Mio. - 22.0 %

Woran liegt es, dass RTL absoluter Marktführer ist? Schauen wir uns die einzelnen Sendungen genauer an:

Einspruch:
eine neue Beratungs-Doku, moderiert von Kiwi, die eigentlich beim ZDF-Fernsehgarten arbeitet (aber ein Jahr aussetzen musste).
Es wurden einige Fälle aus dem Alltag vorgestellt, z.B. dass jemand 24 Parkscheiben mit unterschiedlichen Zeiten ins Auto legt, um niemals ein Knöllchen zu bekommen. Ob das legal ist, wurde dann von einem Anwalt im Studio geklärt.
Die Sendung war gelungen: informativ und unterhaltsam, teilweise skuril. Allerdings gab es Beratungs-Sendungen in letzter Zeit auch bei SAT1. Auch gut gemacht, aber die Quoten lagen bei maximal 2/3 im Vergleich zu RTL.
Würde “Einspruch” völlig identisch bei SAT1 oder gar VOX, KabelEins, Arte usw. laufen, wäre es genauso.

Erwachsen auf Probe:
bei dieser Sendung hätte RTL sogar die Skandal-Presse im Vorfeld zugute kommen können. Babys in fremden Händen vor laufender Kamera! Es gab sogar einstweilige Verfügungen gegen die Ausstrahlung, die aber abgelehnt worden sind. Es ist schwer zu sagen, ob es den Babies tatsächlich schadet. Die Grundidee, Jugendlichen bereits frühzeitig auf Kinderkriegen vorzubereiten ist ja gar nicht mal verkehrt. Dem Publikum bleiben die Probleme jedoch verborgen. Es wird zu viel geschnitten, es gibt wenige Details. Der junge Zuschauer lernt nicht viel. Für mich eine verschenkte Idee. Muss man nicht sehen.

Gute Zeiten, Schlechte Zeiten:
einer der ersten, aber auch er der schlechtesten Soaps im deutschen TV. Es gibt durchaus gut gemachte Serien und Telenovelas, z.B. bei ARD und ZDF.  Aber was hält das Volk bloß bei GZSZ? Es gab immer mal einige Wochen, in denen ich reinblickte, um zu sehen, ob sich das Niveau gesteigert hat. Nein. Billige Unterhaltung, selten mal Spannung. Den Zuschauer treibt wohl die Gewohnheit vor den Fernseher.

Stern TV:
Der Herr Jauch ist schon ein Guter. Das war er auch schon vor 20 Jahren beim ZDF. Fachlich kompetent, beruhigend, durchaus auch mal mit Witz … der ewige Sonnyboy der Nation. Bei Stern TV hängt das Interesse an der Sendung von den Themen ab. Es gibt immer mal wieder brisante Themen und Einzelschicksale, z.T. auch beruhend auf RTL-Sendungen im Vorprogramm. Aber es gibt auch viel Leerlauf, was allerdings auf persönliches Desinteresse an den Themen beruht.

RTL Aktuell:
Bei dieser Nachrichtensendung muss man den Hut ziehen. Sie schafft den Spagat zwischen informativen, reißerischen und unterhaltsamen News. Peter Klöppel ist zwar nicht ganz so gut wie seine Kessler-Parodie bei Switch, aber wohl mit Abstand der symathischste Anchorman einer News-Sendung. Vieles erinnert zwar an BILD-Niveau, was die Panikmache betrifft, aber das Volk will das wohl so.

Mein Fazit:
es gibt durchaus ein paar gute Sachen bei RTL. Aber die würden bei anderen Sendern nicht so gut laufen. Der Zuschauer hat wohl RTL auf der Fernbedienung weiter oben. Er erwartet wohl auch bei RTL mehr Unterhaltung als bei SAT1, das eher als hausbacken gilt. Und ProSieben ist vielen wohl zu jugendlich. Dabei hat gerade der Sender wohl mehr Unterhaltung für die ganze Familie zu bieten als RTL.
Ein weiterer Grund ist die Gewohnheit. DSDS, GSZS, Supernanny, Dr. House usw. laufen halt schon seit Jahrhunderten. Immer derselbe Sendeplatz. Experimente traut man sich beim Sender kaum. Man kann es sich sogar leisten, nächstes Jahr auf das Dschungelcamp zu verzichten. Die Finanzkrise ist somit auch bei den D-Promis angekommen.

Naddel vs. Naddel

11. Juni 2009 um 08:52 Uhr

Die 9. Big Brother-Staffel neigt sich ihrem Ende zu. Nachdem Sascha Sürtl rausgewählt wurde, ist kein eindeutiger Sieger erkennbar. Marcel wird aber wohl als leichter Favorit gehandelt.

Der große Aufreger der letzten Wochen war aber die “Erscheinung” von Nadja Abd el Farrag. Sie erhielt als Kind irgendwann mal den Spitznamen Naddel, wie so viele Kinder dieser Erde. Obwohl sie den Namen gar nicht mochte, wie sie mal in einem Interview sagte, kam sie (oder ihr Manager) auf die Idee, die Bezeichnung Naddel als Marke registrieren zu lassen.

Das Markenamt ging auf diese absurde Idee - wie so häufig - ein. Geldgier, Unfähigkeit… keine Ahnung, was das Amt geritten hat, einen gewöhnlichen Spitznamen als Marke zu erlauben. Das spricht nur für eine Abshaffung dieser Institution.

Nun zog aber auch die sympathische Naddel, also die Nadine, die ebenfalls als Kind den Spitznamen von Freunden erhielt, ins Haus ein. Da sie rumgeschnackselt hat, wie Nadja meinte, vernot sie ihr nun, den Namen weiter zu nutzen, um ihr Image nicht zu schädigen.

Leider ging Naddel-Nadine sofort darauf ein. Ich hätte eine Mordswind gemacht. Der Imageschaden von Naddel-Nadja ist nach dieser Aktion natürlich viel höher. Und natürlich wurde Nadine von ihren Mitbewohnern weiter Naddel genannt. Warum auch nicht?

Für uns war es die peinlichste Aktion im deutschen Fernsehen. Und dafür steht in Zukunft die Marke Naddel.