Hessen-Wahl: Wahlverlierer ist das Fernsehen
Wie heißt es im Fußball? Ein Spiel dauert 90 Minuten. Die Regel sollte auch an Wahlabenden gelten. Aber bei der Hessenwahl am Sonntag feierten die TV-Sender die vermeintliche Siegerin Ypsilanti schon nach der ersten Prognose.
Lange Zeit lag die SPD in Hochrechnungen rund 2 Prozent vor der CDU. Ypsilanti ließ sich bereits feiern und philosophierte über mögliche Koalitionspartner. Von den Reportern wurde das noch unterstützt. Kein Wort, dass sich das Ergebnis noch ändern könne.
Gegen 20 Uhr schrumpfte der Vorsprung bereits auf 1%. Erst jetzt wurde man vorsichtiger. Koch glaubte zu jeder Zeit an eine Wende. Und nach 22 Uhr bekam er recht. Mit 0,1% Vorsprung gewann doch die CDU die Wahl. Nun darf er die Koalition aussuchen.
Eine große Blamage für die SPD, für die TV-Sender und die Statistiker. Spannend und amüsant war es jedoch für die Zuschauer. Da konnte der Tatort nicht mithalten.