Anne Will: Zurückhaltung tut gut
Gespannt durfte man auf die Sabine Christiansen-Nachfolge Anne Will sein. Und im Vergleich schneidet sie wesentlich besser ab. Im Grunde ist sie ein Klon von Maybrit Illner, ihrere ZDF-Kollegin. Sie führt die Sendung ruhig, ohne Unterbrechungen oder nervige Zwischenfragen.
Allerdings wirkt die Sendung ein wenig langweilig und zu ruhig. Fast schon wie Zeitlupe. Das mag aber auch an den Gesprächsteilnehmern und dem Thema gelegen haben. Es ging um “Rendite statt Respekt”, um die verarmte Gesellschaft und Mindestlöhne. Nicht wirklich spannend, weil es nicht viel neues gab. ALGII-Bezieher können sich kaum noch ein Leben in Deutschland erlauben, viele wollen gar kein Hartz IV, weil das gegen ihre Würde wäre. Dann schon lieber 5 Euro bei dubiosen Call-Centern und dafür auch noch weit fahren.
Erstaunlicherweise reagieren Politiker erst immer nach solchen Politik-Talkshows. Ansonsten sind sie weit von der Realität entfernt. Anfragen an Politiker werden zumeist von anderen beantwortet. Von daher ist es gut, dass es Anne Will & Co. gibt.