Die Akte wurde 600
Die Akte auf SAT1… der moralische Zeigefinger des Privatfernsehens. Ursprünglich planten mir mal einen eigenen Blog, um die einzelnen Beiträge von Ulrich Meyer und seinem Team auseinanderzupflücken - so wie es in DDR-Zeiten der Schwarze Kanal mit Tagesschau & Co. gemacht hat.
Das Verbrauchermagazin hat zwar oftmals den richtigen Leuten gezeigt, wie deren betrügerischen Machenschaften in der Bevölkerung ankommen, doch dabei kam die Akte häufig mit der Holzhammermethode.
Zwei der Lieblingsthemen wurden auch wieder in der Jubiläumsausgabe betrachtet: Internetbetrüger und Horrorhotels. Diesmal ging es um Verkaufsbetrüger, die bei Ebay Hehlerware und Markenfälschungen vertickern. Ein Fälschungsjäger der Firma r.o.l.a. sprach von einem Ausmaß von 20%. Schlimm genug. Doch diese Prozentzahl fiel nebenbei. Wie so oft erzeugte der Beitrag den Eindruck, als wenn es bei Ebay nur Hehlerware gäbe. Dabei könnte man auch sagen: 80% der Verkäufer sind ehrlich.
Zudem fehlt vor allem der Hinweis an die Zuschauer, wie man denn Fälschungen erkennt. Aber so wird dieser verwirrt zurückgelassen und kauft lieber nie wieder bei Ebay oder im Internet. Dass auf öffentlichen Flohmärkten beispielsweise auch gefälschte Ware verkauft wird, wird natürlich verschwiegen. Denn nur mit der Gefahr vor dem bösen bösen Internet kann man Kohle, bzw. Einschaltquote machen.
Ähnliches gilt für die Qualität von Urlaubshotels. Der deutsche Tourist ist einfach verwöhnt und im Ausland als Motzer Nr. 1 bekannt. Muss man sich gleich wegen jeder Kleinigkeit aufregen und sich dadurch selber den Urlaub vermiesen? Wer auf Reinigkeit wert legt, kann doch zu Hause bleiben. Oder man muss sich dann eben einen etwas teueren Urlaub gönnen. In Luxushotels gibt es auch keine Schimmel an der Wand. Doch was soll man schon von einem 100 Euro-Trip in die Türkei erwarten?
So, und damit die im Beitrag genannten Branchen nicht zu stark leiden müssen, gibt es hier zwei Links:
Ebay und Urlaubs-Reisen